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Ganztagsschulkongress 2017

18.10.2017 – 300 Teilnehmende aus 16 Bundesländern kamen am 27. und 28. September auf dem Ganztagsschulkongress 2017 im Berliner Umweltforum zusammen.

„Individuell, digital, sozial – Bildung gestalten in der Ganztagsschule“ – unter diesem Motto stand der Ganztagsschulkongress 2017. Über 300 Teilnehmende aus Ganztagsschulen, Bildungsverwaltung und Wissenschaft kamen am 27. und 28. September im Berliner Umweltforum zusammen. Dabei ging es um die Qualität von Ganztagsschulen und das Lernen für die Zukunft.

Gute Beispiele für mehr Qualität

Individuelles Lernen an Lerntheken, digitalisiertes Lernen mit Open-Source-Lernsticks und soziales Lernen im Klassenrat: Auf dem Ganztagsschulkongress 2017 stellten ausgewählte Ganztagsschulen und Partner aus allen Bundesländern ihre guten Beispiele vor. Sie zeigten in Praxiseinblicken und im Rahmen einer Ausstellung, was die Qualität guter Ganztagsschulen ausmacht.

In der Eröffnungsrunde betonte Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der DKJS, dass unsere Gesellschaft dringend gute Ganztagsschulen braucht: „Diese Qualität entsteht vor Ort. Sie muss gemeinsam gestaltet werden von Verantwortlichen an den Schulen, bei ihren Partnern und in der Bildungsverwaltung. Der Austausch über Ländergrenzen hinweg ist dafür wichtig, weil alle vor ähnlichen Fragen und Herausforderungen stehen – vom digitalen Wandel bis hin zur individuellen Förderung.“

Der Geschäftsführer der Stiftung Mercator, Winfried Kneip, sagte: „Die Qualität des Ganztags in Deutschland muss sich in der Breite verbessern. Das Mehr an Zeit für Bildung kann dann dafür genutzt werden, Schüler besser zu motivieren und individuell zu unterstützen, damit sie unabhängig von ihrer Herkunft erfolgreich sind. Dies bedarf einer gemeinsamen Anstrengung von Politik und Gesellschaft, zu der auch wir als Stiftungen beitragen wollen.“

Digitales Lernen und Kompetenzen im 21. Jahrhundert

Der Kongress umfasste Vorträge, Workshops und einen „Maker Space“. Hier probierten die Teilnehmenden an sieben Stationen digitales Lernen selbst aus. Sie erstellten Lernvideos im Legetrick-Format, beleuchteten mithilfe einer Platine das Thema Mobbing und programmierten einen Code, der die Menschheit nach Utopia bringt.

An Utopia musste auch manch ein Zuhörer denken, der dem Hauptvortrag am ersten Kongresstag lauschte. Schulleiter Rasmus Andreassen von der Sønderskov Skolen in Dänemark sprach über „Kompetenzen im 21. Jahrhundert: Was sollen wir lehren und wofür ausbilden?“ Er bot Einblicke in die visionäre Projektarbeit an seiner Schule. Das Programm „Lernen und Engagement durch authentische Projekte mit Fokus auf Naturwissenschaften“ (LEAPS) fördert die Problemlösungskompetenz der Kinder und Jugendlichen. Dazu zählt, dass die Schülerinnen und Schüler im eigens eingerichteten Roboter- und Techniklabor kreative Lösungen für reale Herausforderungen entwickeln.

Soziales Lernen und Bildungsgerechtigkeit

Am zweiten Kongresstag hielt die Soziologin Prof. Jutta Allmendinger einen Vortrag zum Thema Bildungsgerechtigkeit und Ganztagsschule. „Um soziale Ungleichheit abzubauen, braucht jedes Kind die Möglichkeit, eine gute Ganztagsschule zu besuchen. Das sind Schulen, die neue Ansätze nutzen und Kinder und Jugendliche individuell fördern. Das sind Schulen, in denen auch emotionale und soziale Kompetenzen gefördert werden. Das sind Schulen, in denen soziale Verantwortung und Demokratie ein fester Teil des täglichen Miteinanders sind“, sagte sie.

Ein Beispiel für gelebte Demokratie in Schulen ist der Klassenrat. In einem Workshop stellten Schülerinnen und Schüler des SV-Bildungswerks vor, welche Chancen der Klassenrat bietet, um soziale Kompetenzen zu fördern. 

Vernetzung und Austausch

„Das ist gerade das, was wir brauchen: Mehr Vernetzung und mehr Austausch. Und dafür ist der Kongress sehr gut“, sagte Prof. Josef Keuffer vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg, der Mitglied des LiGa-Fachbeirats ist. Der Film vom Ganztagsschulkongress zeigt, dass viele Teilnehmenden dieses Fazit teilen.

Der Ganztagsschulkongress fand bereits zum zwölften Mal statt und wurde in diesem Jahr ermöglicht durch eine Kooperation der Programme „LiGa – Lernen im Ganztag" und „Ganztägig bilden“ unter Mitwirkung aller Bundesländer. 

Dokumentation:

Die ausführliche Dokumentation des Ganztagsschulkongresses – mit Präsentationen, Filmen und detaillierten Berichten – finden Sie hier.

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