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Zweites Gesamtnetzwerktreffen in Hessen

13.12.2018 - Fokusgruppen, fachlicher Austausch und intensive Beratungen: Am 28. und 29. November fand das zweite netzwerkübergreifende Treffen von LiGa Hessen in Bad Homburg statt.

Ende November kamen die hessischen LiGa-Schulen in der Kurstadt Bad Homburg zusammen. In der dortigen Jugendherberge fand das zweite Gesamtnetzwerktreffen statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen der netzwerkübergreifende Austausch, fachliche Impulse und zielgerichtete Beratungen zu den Entwicklungsvorhaben der Schulen.

Gut gelaunt starteten die Teilnehmenden in den ersten Tag. In einem kurzen Dialog berichteten die Netzwerkmoderatoren Katrin Greve-Grönebaum und Hans-Peter Bergmann zunächst über den aktuellen Stand aus den drei hessischen LiGa-Schulnetzwerken Nord, Mitte und Süd. Alle Schulen befinden sich auf einem guten Weg und arbeiten kontinuierlich an ihren Entwicklungsvorhaben. Einige Schulen haben ihre LiGa-Vorhaben bereits vollständig umgesetzt und sich für 2019 neue Ziele gesetzt.

Individuelle Förderung

Im Anschluss daran hielt Prof. Dr. Silvia-Iris Beutel von der TU Dortmund einen Vortrag über die Gelingensbedingungen individueller Förderung. Darin beschrieb sie Lernen in Vielfalt zunächst als Entwicklungsaufgabe. Damit alle Schülerinnen und Schüler gefördert werden können, muss aus ihrer Sicht noch einiges passieren. Zum Beispiel müssen innovative didaktische Formate für das Üben und Lernen entwickelt, die soziale Selektivität von Hausaufgaben überwunden und Angebote von Ganztagsschulen lernwirksam gestaltet werden.

Sie stellte außerdem verschiedene Instrumente wie Lernzeiten, Tutoren, Lerntagebücher, Lernlandkarten und den von ihr entwickelten Entwicklungsstern vor – ein Instrument zur Selbsteinschätzung. Denn wie Prof. Beutel sagt, gelingt Lernen am besten, wenn die Schülerinnen und Schüler selbstständig arbeiten und Verantwortung übernehmen. Wenn eigene Fragen zum Lernanlass werden, die Lernenden zwischen verschiedenen Lernaufgaben wählen können und sich gegenseitig unterstützen. Außerdem sollten, wie sie betont, die Visualisierung und Dokumentation das Verstehen und die Verständigung fördern.

Inspiriert von dem Vortrag starteten die Teilnehmenden anschließend in einen intensiven Austausch in den Schulteams: Was haben wir selbst an der Schule schon umgesetzt? Wo gibt es Handlungsbedarf oder offene Fragen?

Von Lernentwicklungsgesprächen und Raumkonzepten

Am Nachmittag teilten sich die pädagogischen Fachkräfte dann in die angebotenen Fokusgruppen auf, die sie nach ihren individuellen Interessen und Bedarfen auswählen konnten.

Zum Beispiel gab Detlev Oesterhelt von der IGS Göttingen Einblicke in die Lernentwicklungsgespräche seiner Schule. Gerhard Vater, Schulleiter der Offenen Schule Kassel-Waldau, berichtete über die Binnendifferenzierung seiner Schule. Und Dr. Andrea Müller von der Universität Gießen stellte ein Evaluationsinstrument für Ganztagsschulen vor.

In der Fokusgruppe zu Raumkonzepten diskutierte der Architekt Christoph von Winterfeld mit den Teilnehmenden die mitgebrachten Raumpläne und die damit verbundenen Fragestellungen.

Selbstorganisiertes Lernen

Besonderen Anklang fand auch die Gruppe von Dr. Martin Herold, Geschäftsführer des SOL-Instituts, das sich mit Lernkonzepten und Change Management beschäftigt.

Dr. Martin Herold stellte den Teilnehmenden das von ihm selbst entwickelte SOL-Konzept vor: selbstorganisiertes Lernen zur Entlastung der Lehrpersonen in heterogenen Lerngruppen. Der Ansatz geht davon aus, dass in der heutigen Zeit – mit Informationsüberangebot, heterogenen Lerngruppen und Digitalisierung – eine Individualisierung des Lernens notwendig ist.

Herzstück des Konzepts ist die Iteration, d.h. das Vorangehen in kleinen Schritten und ständige Reflektieren des Lernprozesses. Dr. Herold beschreibt selbstorganisiertes Lernen als eine Schlüsselkompetenz von Schülerinnen und Schülern, die es Lehrkräften ermöglicht, mehr Zeit für individuelle Lernberatung einzuplanen.

Anschließend hatten die Teilnehmenden in den Schulteams noch mal Zeit, die neuen Impulse zusammenzutragen und mit ihrem eigenen Entwicklungsstand abzugleichen.

Gegenseitige Beratung

Der zweite Tag des netzwerkübergreifenden Treffens bot den Teilnehmenden viel Zeit im Schulteam. So hatten die Schulen Zeit, um den aktuellen Stand ihrer LiGa-Vorhaben zu reflektieren und die Aktivitäten und Prozesse für 2019 zu planen.

Außerdem hatten sie die Möglichkeit, sich Rat von anderen Netzwerkschulen zu holen. Am Vorabend konnten sie in einer Themenbörse angeben, welche Bedarfe es an ihrer noch Schule gibt und zu welchen Themen sie andere Schule beraten können.

Eine Schule aus Kassel suchte zum Beispiel noch nach Anregungen, um die Teamstrukturen in der Förderstufe verbessern zu können. Im Gegenzug konnte sie andere Schulteams zu den Themen inklusive Beschulung und Einführung von Lernzeiten in den Hauptfächern unterstützen. So kam zu es einigen intensiven Austauschphasen, in denen sich die Schulen gegenseitig beraten und weiterhelfen konnten.

Vollgepackt mit Tipps und Ideen machten sich die Teilnehmenden nach dem Mittagessen auf den Heimweg.





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