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„LiGa – Lernen im Ganztag" in Berlin

ZIEL

Ziel des Programms ist es, die Qualität der Ganztagsschulen in Berlin weiterzuentwickeln. Im Fokus stehen dabei neue Ansätze für individualisiertes Lernen, von denen insbesondere benachteiligte Kinder und Jugendliche profitieren sollen. Schulleitungen und Schulaufsichten werden dabei begleitet, eine dialogische, zielorientierte und systematische Qualitätsentwicklung der Ganztagsschule zu verfolgen, die an den konkreten Entwicklungsvorhaben der Einzelschule ansetzt. Dafür erhalten sie gezielte Angebote zum Themenfeld „Steuerungshandeln im Bildungsbereich mit Blick auf die Ganztagsschulentwicklung“ und erproben neue Formen der Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Qualitätsentwicklung.
 
Weitere Informationen zu den Zielen von „LiGa – Lernen im Ganztag“ finden Sie hier.

ZIELGRUPPE

„LiGa – Lernen im Ganztag“ in Berlin richtet sich an die Integrierten Sekundarschulen (ISS) mit und ohne gymnasialer Oberstufe und Ganztagsgymnasien sowie an Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Schulaufsicht. In den drei Schuljahren 2016/17 bis 2018/19 nehmen neun regionale Schulaufsichten sowie die Schulleitungen und multiprofessionelle Teams aus 30 Berliner Ganztagsschulen an dem Programm teil.

ANGEBOTE
 
1.    Akademie

Die Akademie bietet Qualifizierung und Austausch für Schulaufsichtspersonen und Schulleitungen. Der inhaltliche Fokus liegt hier auf dem Themenfeld Steuerungshandeln in der Qualitätsentwicklung von Ganztagsschulen. Die Teilnehmenden erhalten gezielte Impulse aus Wissenschaft und Praxis sowie Trainings. Weitere methodische Elemente der Akademie sind kollegialer Austausch und gemeinsame Hospitationen.

2.    Regionale Werkstätten

In den regionalen Werkstätten werden die Impulse der Akademie aufgegriffen und konkret in die Praxis übertragen. Extern begleitet, entwickeln und erproben die regionalen Schulaufsichten hier mit den Schulleitungen aus ihrem Bezirk konkrete Ansätze für Qualitätsentwicklung in der Ganztagsschule – mit einem Fokus auf individualisiertes Lernen. Die Teilnehmenden erhalten die Möglichkeit, Entwicklungsziele im Rahmen des Themenfeldes für den Bezirk zu identifizieren und neue Strukturen der Zusammenarbeit zu erproben. Je nach Schwerpunktthema können Kooperationspartner und weitere Akteure der beteiligten Ganztagsschulen in die regionalen Werkstätten eingeladen werden.

3.    Schulische Entwicklungsnetzwerke

Auf regelmäßigen Netzwerktreffen arbeiten die Ganztagsschulen an ihren jeweils individuellen Schulentwicklungsvorhaben rund um individualisiertes Lernen. Dabei finden kollegialer Austausch und Beratungen statt. Die Teilnehmenden arbeiten in konstanten multiprofessionellen Schulteams zusammen, die aus Schulleitung, Lehrkräften und pädagogischen Mitarbeitern oder auch Kooperationspartnern bestehen. Auf den Netzwerktreffen erhalten sie inhaltliche Impulse, trainieren Methoden des Projekt- und Qualitätsmanagements anhand ihrer konkreten Entwicklungsvorhaben und erhalten kollegiales Feedback.

HANDLUNGSFELDER

Für Berlin wurden drei Schwerpunktthemen identifiziert, zu denen sich die Entwicklungsvorhaben der Schulen bündeln lassen. Neben der Qualitätsentwicklung und dem individualisierten Lernen bilden diese Themen den inhaltlichen roten Faden, der sich durch die drei Formate Akademie, regionale Werkstatt und schulische Entwicklungsnetzwerke zieht.

1.    Inklusive Lern- und Schulkultur

Mit der Berliner Schulstrukturreform wurde u.a. das Ziel verfolgt, durch die Zweigliedrigkeit der Sekundarstufe I Ungleichheiten im Berliner Bildungssystem zu reduzieren. Unabhängig von ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage, ihrer Herkunft, Religionszugehörigkeit und ihres Geschlechts, soll allen Jugendlichen der Zugang zu dem Bildungsabschluss ermöglicht werden, der ihren individuellen Begabungen, Fähigkeiten und Neigungen entspricht. Eine Voraussetzung hierfür ist eine Haltung, die jeden Schüler und jede Schülerin als Individuum wahrnimmt, anerkennt und fördert. Zudem fördern Rahmenbedingungen, die so wenig wie möglich vordifferenzieren, die Bildungschancen.
Die flächendeckende Einführung des neuen Rahmenlehrplans für die Jahrgangsstufen 1 bis 10 stellt die Schulen, und dabei vorrangig die Grundschulen und die Integrierten Sekundarschulen (ISS), vor neue Herausforderungen. LiGa Berlin wird hier wichtige Impulse setzen, denn eine heterogener werdende Schülerschaft bedeutet ein Umdenken hinsichtlich der Gestaltung von Unterrichtsprozessen und ganztagsspezifischen Angeboten.

2.    Jugendliche mit Fluchterfahrung in Willkommensklassen und der Regelbeschulung

Die steigende Zahl neu zugewanderter Jugendlicher stellt gerade die ISS vor neue Aufgaben. In Willkommensklassen erhalten Jugendliche Sprachförderung sowie Angebote für ihre soziale und schulische Integration. Um auf die individuellen Bedarfe der Jugendlichen adäquat eingehen zu können, brauchen die Schulen individualisierende und kompetenzorientierte Lern- und Förderkonzepte. Diese Konzepte sind wichtig, um den Jugendlichen so schnell wie möglich einen Übergang in die Regelklassen zu ermöglichen. Nach dem Übergang in die Regelklasse sind weiterhin spezifische Lern- und Förderkonzepte erforderlich, die sowohl den Unterricht als Bildungsort in den Blick nehmen als auch das Mehr an Zeit im Ganztag mit motivierenden Bildungsangeboten gestalten. Die Umsetzung einer Vision der Ganztagsschule als Lern- und Lebensort, unterstützt durch das Programm LiGa Berlin, bietet den Jugendlichen mit Fluchterfahrung eine besondere Chance zur Integration und Teilhabe.

3.    Kooperation für individualisiertes Lernen

Die Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe sowie weiteren Kooperationspartnern nach dem Berliner SchulG § 19 ist ein fester Bestandteil der Strukturreform. Alle Akteure von Schule gestalten gemeinsam das Lernen über den ganzen Tag. Die Kooperationspartner bieten den Schülerinnen und Schülern an den ISS und Ganztagsgymnasien konkrete Angebote wie Freizeitangebote, Lernhilfen oder sozialpädagogische Angebote. Eine gelingende Kooperation setzt ein gemeinsames Erziehungs- und Bildungsverständnis voraus. Aufeinander abgestimmtes pädagogisches Handeln stärkt die gegenseitige Akzeptanz und verbessert maßgeblich das Schulklima. Daher ist es wichtig, auch in Bezug auf das individualisierte Lernen in der Ganztagsschule ein gemeinsames Verständnis aufzubauen und Standards zu etablieren. Hierbei kann LiGa Berlin unterstützen.