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Schleswig-Holstein

„LiGa – Lernen im Ganztag“ in Schleswig-Holstein

ZIEL

Ziel des Programms ist es, die Qualität an Ganztagsschulen in Schleswig-Holstein weiterzuentwickeln. Im Fokus stehen dabei neue Ansätze für individualisiertes Lernen, von denen insbesondere benachteiligte Kinder und Jugendliche profitieren sollen. Um dies zu erreichen, bietet das Programm konkrete und bedarfsbezogene Unterstützungsformate – für Schulleitungen und die pädagogischen Fachkräfte von Ganztagsschulen sowie für Mitarbeitende der Schulaufsicht. Sie bilden ein überregionales Netzwerk, das gemeinsam Verantwortung für die Qualitätsentwicklung von Ganztagsschulen übernimmt. Davon sollen Impulse für die generelle Schulentwicklung im Land ausgehen.

Weitere Informationen zu den Zielen von „LiGa – Lernen im Ganztag“ finden Sie hier.

ZIELGRUPPE

„LiGa – Lernen im Ganztag“ in Schleswig-Holstein richtet sich an weiterführende Ganztagsschulen (Sek. 1) und die Schulaufsicht. Acht Schulrätinnen und Schulräte sowie die für Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe und die für Gymnasien zuständige oberste Schulaufsicht haben ihr Interesse an der Mitarbeit im Programm bekundet. Über eine Ausschreibung haben sich drei Gymnasien und 26 Gemeinschaftsschulen mit und ohne Oberstufe sowie Grund- und Gemeinschaftsschulen in offener und gebundener Form beworben. Alle Schulen, einschließlich der Gymnasien, konnten zum Schuljahresbeginn 2016/17 in das Programm aufgenommen werden.

ANGEBOTE

Das Programm sieht folgende Unterstützungsangebote vor:

1.    Schulische Netzwerke

29 ausgewählte Schulen nehmen am Programm „LiGa – Lernen im Ganztag“ in Schleswig-Holstein teil. In drei Netzwerken arbeiten jeweils neun bzw. zehn Schulen zusammen. Die multiprofessionellen Schulteams entwickeln und bearbeiten im Netzwerk und an ihrer Schule ein konkretes Entwicklungsvorhaben und setzen dieses bis zum Sommer 2019 um. Zu den Schulteams gehören neben der Schulleitung und den Lehrkräften auch pädagogische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen oder Kooperationspartner.

Die regelmäßigen Netzwerktreffen dienen den Schulen als Raum, um inhaltliche Impulse zu den selbstgewählten Schwerpunkten zu erhalten und Methoden des Projekt- und Qualitätsmanagements zu erlernen. Die Schulen nutzen die Treffen zur Reflexion ihrer Entwicklungsvorhaben und für den gegenseitigen Austausch. Sie planen nächste Schritte und erhalten kollegiales Feedback. 
Neben den Treffen im eigenen Netzwerk finden jährliche Gesamttreffen aller Schulen der drei Netzwerke statt. Ziel der Gesamttreffen ist es, dass die Schulen die Aktivitäten der Schulen aus den anderen Netzwerken kennenlernen und sich einem gemeinsamen Qualifizierungsthema widmen. Dieses Thema gehört zu einem der drei Handlungsfelder des Landeskonzeptes.

2.    Akademie

Die Akademie richtet sich an die beteiligten Schulaufsichten. Sie erhalten Unterstützung bezogen auf die Qualitätsentwicklung von Ganztagsschule im Allgemeinen und auf das eigene Steuerungshandeln im Besonderen. Die Akademie umfasst gemeinsame Hospitationsreisen, Trainings und kollegiale Reflexion, Klausuren sowie fachlichen Input verbunden mit Arbeitsphasen.

3.    Salons

Das Format Salon verbindet die beiden Angebote Akademie und Netzwerke. Im Salon widmen sich Schulaufsicht und Schulleitungen gemeinsamen Aspekten der Qualitätsentwicklung und Steuerung und erhalten Inputs oder Trainings. Abhängig vom Thema können einzelne Veranstaltungen für weitere Personen geöffnet werden, die für die Steuerung der Qualität von Ganztagsschule mitverantwortlich sind (z.B. Schulträger).

HANDLUNGSFELDER

Die schulischen Entwicklungsvorhaben sowie die Unterstützungsangebote von „LiGa – Lernen im Ganztag“ in Schleswig-Holstein beziehen sich auf drei konkrete Handlungsfelder:

Handlungsfeld A: Verzahnung von Vor- und Nachmittag bzw. Unterricht und unterrichtsergänzenden Ganztagsangeboten

Die Verzahnung von Vor- und Nachmittag ermöglicht einerseits einen Wechsel von Lern- und Erholungsphasen und andererseits von Professionen und Personen. Durch eine solch abwechslungsreiche Gestaltung des Schultages können sich die Lernbedingungen, der Lernerfolg und die Freude am Lernen verbessern. Vor allem für die offenen Ganztagsschulen  ist das jedoch eine große Herausforderung, weil nur ein Teil der Schülerinnen und Schüler – in variablem zeitlichem Umfang – die überwiegend freiwilligen Ganztagsangebote wahrnimmt. Eine Verzahnung von Vor- und Nachmittag kann deshalb nur bewältigt werden, wenn alle an der Ganztagsschule tätigen Personen gut zusammenarbeiten.

Handlungsfeld B: Inklusion / Diversity / Heterogenität

Es ist Aufgabe der Schule, allen jungen Menschen den Zugang zu einem Bildungsabschluss zu ermöglichen, der ihren Begabungen, Fähigkeiten und Neigungen entspricht. Das setzt eine Haltung voraus, die jede Schülerin und jeden Schüler in ihrer bzw. seiner Individualität wahrnimmt, anerkennt und fördert. Diese Willkommenskultur bezieht sich in besonderer Weise auf Schülerinnen und Schüler mit Benachteiligungen, z.B. aufgrund ihres Migrationshintergrunds.
 
Handlungsfeld C: Kooperation und partizipative Schulkultur

Die Ganztagsschule lebt von den Kooperationen zwischen Schule, Schulträger, Jugendhilfe und weiteren Partnern. Die zentrale Herausforderung besteht darin, dass Akteure aus sehr unterschiedlichen Systemen miteinander auf Augenhöhe Verantwortung übernehmen, und zwar mit knappen Zeit- und Ressourcenbudgets. Das gilt vor allem für offene Ganztagsschulen.